Film zum Projekt Hilfe für Tibeter

Ein kurzer Film, der die Arbeit des Tibetan Aid Projects in einen größeren Zusammenhang stellt.

Podcast von WDR5

Anläßlich eines Benefizkonzertes zugunsten des Bücherprojektes berichtete WDR in der Sendung "Diesseits von Eden" am 25.1.2015 über TAP.

Eine Vision versetzt Berge

4,3 Millionen Bücher wurden bisher an Tibeter in der ganzen Himalaya-Region verteilt, 100 Millionen US $ wurden in den vergangenen 48 Jahren für die Produktion heiliger Texte und die Unterstützung, von Mönchen, Nonnen und Klöstern aller tibetisch-buddhistischen Schulen eingesetzt. Wie war dies alles möglich? Welche Vision steckt hinter dieser Riesenleistung? Und wieso geht es immer noch weiter?

Tarthang Tulku Rinpoche hat in einem kürzlich erschienenen Band der 'Nyingma Annals' sehr berührende und persönliche Einblicke in sein Leben und seine Vision gegeben. Er beschreibt seinen Lebensweg, der eng mit dem Niedergang des Buddhismus in Tibet verknüpft ist, seinen Gang ins Exil, seine tiefe Dankbarkeit seinen Lehrern gegenüber und seinen Herzenswunsch, so viel wie möglich zur Bewahrung dieses für die gesamte Menschheit so wichtigen Erbes Tibet zu tun. Er entwickelte seine Vision, was er dazu beitragen könnte, ging, um sie besser umsetzen zu können, nach Amerika, und setzte alle Energien seines Lebens dafür ein, bis heute, mit großem Erfolg.

Mir ist beim Lesen seines Berichtes vieles sehr nahe gegangen und ich möchte dies gerne in der folgenden Zusammenfassung mit euch teilen. Dazu lasse ich Rinpoche immer wieder selber "sprechen". Vielleicht berührt es euch auch und erklärt, wieso wir seit vielen Jahren das Tibetan Aid Project unterstützen und zu Spenden dafür aufrufen.

Tarthang Tulku wuchs noch im "alten Tibet" auf; er erhielt schon in sehr jungen Jahren von vielen außergewöhnlichen Lehrern mehr Unterweisungen als in seinem Alter üblich war. Seine Lehrer verspürten eine große Dringlichkeit, weil sie etwas von der tiefgreifenden Veränderung ahnten, die auf Tibet zukam.

"Vor 60 Jahren traf ich diese Lehrer. Jetzt sind sie und ihre Welt vergangen. Es ist an uns, die Erinnerung an sie lebendig zu erhalten, uns um ihr Erbe zu kümmern. Ich war, so denke ich, kein idealer Empfänger dieser außergewöhnlichen Lehren. Ich glaube, dass meine Jugend und Unerfahrenheit dazu beitrug, nicht so viel zu verstehen, wie ich es später mit mehr Übung und Erfahrung getan hätte. Doch hätte ich gewartet, bis ich älter gewesen wäre, wären viele dieser großen Meister gestorben, mein Meister mKhyen-brtse rDo-rje-'chang wäre schon nach Sikkim gegangen und ich wäre in 'Gu-log eingesperrt gewesen, wo ich wahrscheinlich mit anderen umgekommen wäre.“

Die erste Zeit, die der junge Tarthang Tulku Rinpoche in Indien verbrachte, bedeutete für ihn eine sehr schmerzhafte Realisierung vom Ausmaß der Zerstörung der tibetischen Kultur.

"Ich kann nicht stark genug betonen, wie sehr uns als Flüchtlinge diese Zerstörung getroffen hat. Geschichten vom Tod der Linienhalter, vom 'In-die-Luft-Jagen' von Klöstern - von der kompletten Zerstörung unserer Lebensweise - kamen mit einer krank machenden Regelmäßigkeit aus Tibet. Es wurde uns schmerzhaft bewusst, dass wir, so unwürdig wir auch sein mögen, alles waren, was von unserer großartigen Tradition übrig blieb. Wenn sie überleben sollte, müssten wir das schultern."

Diese Herausforderung, sich für das Überleben seiner Kultur einzusetzen, hat Rinpoche aus vollem Herzen angenommen; sie war seine Vision, als er sich entschloss, in den Westen zu gehen, in der Überzeugung, dass er dort viel mehr Möglichkeiten haben würde, sie in die Realität umzusetzen.

"Ich schreibe dies... in meinem 81. Lebensjahr. Mehr als die Hälfte meiner Lebenszeit habe ich in Amerika verbracht, vor 47 Jahren kam ich hier an. Die Vision jedoch, die meine Bemühungen in all diesen Jahren geleitet hat, wurde durch das Training, die Liebe und die mitfühlende Anleitung geformt, die ich als junger Mann in Tibet erhielt."

1969 ließ sich Tarthang Tulku in Berkeley, Kalifornien nieder. Er begann, seine Tradition im Westen bekannt zu machen, gründete dazu das Tibetan Nyingma Meditation Center und das Nyingma Institute, unterrichtete dort einige Jahre selber, veröffentlichte Bücher, gründete einen Verlag - Dharma Publishing - begann mit dem Bau des buddhistischen Odiyan-Mandalas in Nordkalifornien. Er entwickelte einen eigenen Weg, Westlern den Buddhismus nahe zu bringen. Kum Nye Yoga, Nyingma Meditation, längere Retreats im Rahmen des Human Development Programms, und vor allem auch das Angebot, in seinen Projekten mitzuarbeiten und Arbeit als einen Weg der inneren Entwicklung zu erfahren.

"1978 habe ich mich vom aktiven Unterrichten zurückgezogen, um mich auf die Erhaltung von Tibets geschriebener Tradition und seines kulturellen Erbes zu konzentrieren. Darin bestand seitdem meine Hauptaktivität und ich habe seitdem so gut wie nicht mehr öffentlich gelehrt."

Schon 1972 hatte Rinpoche das Tibetan Aid Project gegründet; die humanitäre Unterstützung der tibetischen Flüchtlinge stand zu Beginn im Vordergrund, Brieffreundschaften wurden vermittelt. Schon in Indien hatte Rinpoche damit begonnen, Texte seiner Tradition zu sammeln und zu drucken. Nun, in den Vereinigten Staaten, konnte er diese Vision in viel größerem Umfang umsetzen: er gründete Dharma Press und das Yeshe De Projekt, seine Schüler lernten Drucken, Schriftsetzen, Tibetisch. Er stand in Korrespondenz mit vielen wichtigen Lehrern der tibetischen Tradition, um möglichst viele Texte zusammen zu bekommen, er suchte aber auch in amerikanischen Bibliotheken und überall auf der Welt. Tibetische Flüchtlinge hatten oft statt persönlicher Dinge wichtige Texte aus dem Land gerettet. Ein erster Höhepunkt all dieser Bemühungen war die komplette Herausgabe des tibetisch-buddhistischen Kanons "Kanjur und Tanjur", der vollständigsten Sammlung der Schriften Buddhas und der Kommentare großer indischer Meister in allen buddhistischen Traditionen. Dieses Werk wurde 108 mal gedruckt und an wichtige Bibliotheken und buddhistische Zentren auf der ganzen Welt verteilt. Kurz danach begann die Arbeit an der Herausgabe einer so noch nie veröffentlichten Sammlung aller wichtigen Werke der Nyingma-Tradition, der er den Titel 'Great Treasures of Ancient Teachings' gab.

Seit 24 Jahren werden Texte aus der tibetisch-buddhistischen Tradition während der alljährlichen Weltfriedenszeremonie (Nyingma Monlam Chenmo) in riesigem Umfang an Tibeter kostenlos verteilt, jedes Jahr, fast ein Fußballplatz voll bis zur Höhe eines Menschen voller Bücher.

All dies wurde von Tarthang Tulkus Studenten und Freiwilligen möglich gemacht, die große Teile ihres Lebens seine Vision teilten oder teilen. Sie leben und arbeiten in Gemeinschaften zusammen, in Odiyan, Berkeley, Amsterdam, Rio de Janeiro, Sao Paulo oder Köln. Keiner von ihnen hat je ein Gehalt dafür bekommen, sondern nur ein bescheidenes Stipendium, Essen und Unterkunft, sowie medizinische Versorgung.

"In gewisser Weise kann ich nicht behaupten, sehr erfolgreich gewesen zu sein. Ich kann nicht auf große, berühmte Schüler weisen oder auf meine eigenen spirituellen Errungenschaften. Doch in dem Bereich, auf den ich mich am stärksten konzentriert habe, da kann ich mich nur über die Ergebnisse wundern. Gestärkt durch den Segen der Übertragungslinie hatten unsere Opfer für den Dharma bemerkenswerte Ergebnisse. Ich denke besonders an die Monlam Chenmo (Weltfriedenszeremonie) und an die Bücher, die wir dort jedes Jahr verteilen. Im kommenden Januar (Januar 2017) wird zum 28. Mal die Sangha zusammenkommen und sehr wirkungsvolle Gebete verrichten, die dazu beitragen, dass alle Wesen von Leid und Karma befreit werden. Sie lieben die Bücher und Opfergaben, die sie erhalten, schätzen sie als wertvolle Grundlage ihres Studiums und ihrer Praxis und als Symbole nicht endender Dharma Aktivität. Sie schätzen sie umso mehr, als sie wissen, dass sie durch die Großzügigkeit und die harte Arbeit von Westlern ermöglicht wurden, deren Wissen vom Dharma begrenzt ist, die aber der Menschheit dienen wollen, indem sie einige der größten Schätze erhalten, die auf diesem Planeten verbleiben."

Buddhismus im Westen?

Um die Übertragung des buddhistischen Weges in vollem Umfang sicherzustellen, ist es auch für die kommenden Generationen notwendig, dass dies Wissen lebendig bleibt. Wir sind darauf angewiesen, dass tibetische Lehrer diese Weisheit verkörpern und uns Westlern helfen, die Tiefe und die Reichweite dieser unendlich kostbaren Lehren zu begreifen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Lehren verflachen.

"Es könnte uns trösten, dass der Dharma in neuen Ländern Fuß fasst. Doch beim Eintritt des tibetischen Dharma in den Westen gibt es die große Gefahr, dass die Einsichten, die sich mit einer Menge kultureller Einflüsse vermischen, verwässert und trivialisiert werden, sogar soweit, dass sie nicht mehr erkannt werden können. Der Fluss des Himalaya-Dharmas ergießt sich in ein Delta von vagen Plattheiten und Sprichwörtern. Ein paar Empfehlungen zur Achtsamkeit, und in seiner am wenigsten hilfreichen Form in eine oberflächliche Nachahmung der tibetischen Kultur, wenn seine Symbole Motive und Designelemente eines globalen Marktplatzes von Bildern und Ideen werden."

Die massive Verbreitung der tibetischen Schriften kann dazu beitragen, dass das Wissen noch für einige Generationen bei den Tibetern lebendig bleibt. Dies schafft die Grundlage dafür, dass die Übertragung in den Westen im Laufe den nächsten Jahrzehnte weiter in einer gelebten Tiefe und Verwirklichung von Tibetern begleitet und angeleitet wird, und bei Fehlentwicklungen in vielen Facetten korrigiert werden kann. Wir laden euch ein, diese Vision unseres Lehrers Tarthang Tulku zu unterstützen, ein Teil von ihr zu werden, indem ihr frische Ideen und Energien, Initiativen und Engagement einbringt. Ihr seid herzlich eingeladen, die Arbeit des Tibetan Aid Projects zu unterstützen, durch eure Tatkraft und vielleicht auch durch Spenden. Sprecht uns an, kommt zu unseren Treffen in Köln, unterstützt das Nähen von Buchtaschen, ladet uns zu Infoabenden in eurer Umgebung ein. Der Film "The Great Transmission" ist eine wunderbare Möglichkeit, das Wissen darüber zu vertiefen, welche Bedeutung die "Große Übertragung" der buddhistischen Weisheit für unsere Welt hat.        

                                                                                             

Dieter Dolata - Aus dem TAP-Inforundbrief 2017


 

Aktuelle Projekte

 

Tibetan Aid Project beim Himalaya-Thementag in Köln

 

 

Infostand 2

 

Aktuelles

Filmvorführung "The Great Transmission"

Das Tibetan Aid Project zeigt den einstündigen Dokumentarfilm über die beachtenswerte Reise, die buddhistische Weisheit im Laufe der letzten 2500 Jahre gemacht hat in deutscher Erstaufführung: am Samstag 25. April 2017, um 19.00 Uhr im Nyingma Zentrum, Köln, Siebachstr.66 und am Sonntag, 26. April 2017, im Rahmen des Thementages "Asien" im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln.

Wir kommen gerne in Deine Stadt !

Wir können im Rahmen von größeren Veranstaltungen Filme zeigen und mit einem Info- und Verkaufsstand präsent sein.
 
 
 

TAP bei den Thementagen 'Pilgern' und 'Asien' in Köln

Am Sonntag, 19. Februar 2017, und am Sonntag, 26. April 2017 ist das Tibetan Aid Project jeweils mit einem Info- und Verkaufstisch im Rautenstrauch-Joest-Museum vertreten. Wir suchen noch Menschen, die uns stundenweise am Stand unterstützen.

Testimonials

Maritta

“Ein riesiges Projekt, das Tibet wirklich hilft. Und das Beste: es wird nur von Freiwilligen getragen.”

Maritta Dolata

Mandfred

“Ich unterstütze das Projekt, weil es gerade für uns westlich denkende Menschen wichtig ist, die Weisheit der tibetischen Meister zu erhalten und weiterzugeben.”

Manfred Lohse

© Nyingma Förderverein e.V., 50733 Köln, Siebachstr.66

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