Tibetische Flüchtlingsfrauen

Das Erbe Tibets

 

Bevölkerung

Das tibetische Volk, das seit Jahrtausenden auf einem rauen und ungezähmten Land lebt, verkörpert die Qualitäten von Stärke und Ausdauer. Archäologen haben Nachweise von frühen tibetischen Siedlungen aus der Zeit von 3500 v. Chr. entdeckt. Um 3000 v.Chr. entwickelten Jägerhorden in den Steppenregionen, die für die Landwirtschaft nicht geeignet waren, eine mobile Weidewirtschaft, die an das jahreszeitliche Zugverhalten der Tierherden angepasst war. Seit dieser Zeit bestand das tibetische Laienvolk hauptsächlich aus Bauern und Nomaden. In der Mitte des 8. Jahrhunderts n. Chr. lud der König Khri-sronglde-btsan berühmte Meister aus anderen Ländern ein, um die buddhistischen Lehren nach Tibet zu übermitteln. Bald waren die ersten Mönche und Nonnen ordiniert und der König erließ spezielle Gesetze zu deren Unterstützung.

Während die westlichen Zivilisationen die äußere Welt eroberten und meisterten, erforschten die tibetischen Buddhisten ihre inneren Landschaften - die schlummernden Möglichkeiten tieferen Bewusstseins. Vom Rest der Welt abgetrennt brachte Tibet bemerkenswerte Wissenschaftler im Bereich von Philosophie, Psychologie, Kunst, Naturwissenschaften, Medizin, Logik und Geschichte hervor.

Bergsee in Tibet

 

Landschaften

An die Wolken angeschmiegt ist das tibetische Plateau das höchste bewohnte Land auf der Erde mit einer durchschnittlichen Erhebung von ca. 4000 Metern. Aufgrund seiner riesigen Ausdehnung besitzt Tibet sehr unterschiedliche Landschaften: Wüsten, halbtropische Gebiete im Südosten, hohe Berge an drei Seiten, der Himalaya eingeschlossen. Weil die meisten Regionen über der Baumgrenze liegen, ist ein Großteil des Gebiets felsig und öde, doch versteckt unter dem Nebel gibt es üppige Täler und schnell fließende Flüsse.

Potala

Architektur

Die tibetische Architektur vermischt die natürliche Welt und von Menschen geschaffene Elemente in einer sehr kunstvollen und organischen Weise. Runde, rechteckige, lotus- und pagodenähnliche Gebäude passen sich harmonisch in die schöne und schroffe Landschaft ein. Die Designs betonen die praktische Seite, darauf ausgerichtet Wärme zu dämmen und gegen Erdbeben zu schützen, doch gleichzeitig reflektiert Kunstsinn das reiche und religiöse Erbe Tibets. Bunte Gemälde, aus Halbedelsteinen, Wurzeln, Beeren und Mineralien hergestellt, verzieren viele Gebäude. Komplexe Schnitzereien und wehende Gebetsfahnen reflektieren die religiösen Symbole, die aus dem Alltag der Tibeter nicht wegzudenken sind.

Tibetischer Tempel

Das innere des Tempels

Die Konzentration auf das Meistern der inneren Landschaft durch religiöse Studien und Praxis kommt auch in der Kunst und den Details im Inneren des Tempels zum Ausdruck. Kunstwerke wurden üblicherweise entweder von Klöstern oder Laienschutzherren in Auftrag gegeben. Bei ihrer Ausführung hielt man sich generell an die Richtlinien bezüglich Proportionen, Symbolen und Farben. Kunstwerke sind gewöhnlich anonym, was mit dem Ziel im Einklang steht, das individuelle Ego zu transformieren. Fertig gestellte Stücke besitzen eine Kraft, die jedem Übenden auf der spirituellen Reise hilft - kleine Bronzefiguren porträtieren Meditationsgottheiten, und Gebetsmühlen geben bei jeder Umdrehung mitfühlende Energie ab.

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