FAQ

Ist das Tibetan Aid Project eine politische Organisation?

Nein. Das Ziel des Tibetan Aid Projects ist es, das kulturelle und spirituelle Erbe Tibets zu erhalten. Wir konzentrieren all unsere Energie auf dieses Ziel. Wir machen keine Kampagnen für politische Veränderung.

Ist das Tibetan Aid Project mit dem Dalai Lama verbunden?

Nein. Der Dalai Lama ist das Oberhaupt der Gelugpa-Schule, eine der vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus, und auch der politische Führer aller Tibeter. Das Tibetan Aid Project wurde von Tarthang Tulku gegründet, einem in der Nyingma-Schule ausgebildeten Lehrer. Unsere gesamte Arbeit ist vollständig unpolitisch. Natürlich teilen wir viele Ziele und sind zutiefst dankbar für die Arbeit, die Seine Heiligkeit im Dienste der Tibeter geleistet hat.

Wie unterscheidet sich dieses Texterhaltungsprojekt von denen anderer Organisationen?

Das Tibetan Aid Project fühlt sich verpflichtet, die volle Bandbreite der tibetisch-buddhistischen Lehren für das tibetische Volk wiederherzustellen, in einem Umfang, der es allen Tibetern ermöglichen wird, ihre Verbindung mit ihrem Erbe zu erneuern. Die Bände, die gerade produziert werden, sind die grundlegenden Texte aller tibetisch-buddhistischen Traditionen.

Projekte, die zum Ziel haben, eine weite Bandbreite von Texten in digitalem Format zu liefern, sind wichtige Initiativen, die die Arbeit des Tibetan Aid Projects ergänzen. Die Mehrheit der Tibeter hat jedoch keinen Zugang zu solchen Texten. Das Tibetan Aid Project hat geholfen, traditionelle Texte zu verteilen, die die abgelegensten Dörfer im Himalaya erreicht haben. Diese Bücher sind eine einzigartige tibetische Ressource, die traditionell ausgebildete Tibeter akzeptieren und schätzen.

Warum drucken die Tibeter ihre Bücher nicht selbst?

Die meisten der tibetischen Flüchtlinge leben in Indien oder Nepal, beides Entwicklungsländer. Obwohl Tibeter große Anstrengungen unternommen haben, verfügen sie nicht über die Mittel, ihre Klöster so zu unterstützen, wie sie das in ihrem eigenen Land gemacht haben. Die Klöster, in denen die Druckprojekte traditionellerweise stattfanden, kämpfen darum, ihre Unterstützung für ihre Mitglieder zu gewährleisten.

Weil wir unsere Ziele mit befreundeten Organisationen koordinieren (Yeshe De Project und Dharma Publishing), ist das Tibetan Aid Project in der Lage, auf die eine fast vierzigjährige Druckerfahrung zurückzugreifen. Auch wenn einige kleinere Druckprojekte in den tibetischen Exilgemeinden durchgeführt wurden (und in einem gewissen Umfang auch in Tibet), wird es noch einige Zeit dauern, bevor Druckprojekte in der Größenordnung und hohen Qualität laufen können, wie sie das Tibetan Aid Project unterstützt. 

Welcher Teil der Unterstützung des Tibetan Aid Project wird für lebensnotwendige Bedürfnisse wie Lebensmittel, Kleidung, medizinische Versorgung und Primarbildung verwendet?

In den Anfangsjahren hat sich das Tibetan Aid Project auf lebensnotwendige Dinge konzentriert. Als sich die Exiltibeter an ihre neue Heimat gewöhnten, konnten sie diese Bedürfnisse selbst befriedigen. Weiter wurden nach und nach eine ganze Zahl anderer Organisationen im Westen gegründet, um für die grundlegenden Bedürfnisse der Tibeter zu sorgen.  Daraus resultierend hat sich das Tibetan Aid Project nun auf die kulturelle Erhaltung und die höhere Bildung konzentriert, weil dies eine größere Dringlichkeit besitzt.

Können Sie mir mehr zu Tarthang Tulku sagen, dem Begründer des Tibetan Aid Project?

Tarthang Tulku ist einer der letzten noch lebenden hohen Lamas, die eine vollständige Ausbildung im Tibet vor 1959 erhalten haben. Nachdem er mehrere Jahre an der Sanskrit Universität in Indien unterrichtet hatte, zog er 1969 nach Berkeley, Kalifornien, wo er das Tibetan Aid Project, Dharma Publishing und das Nyingma Institute gründete. Viele Jahre lang hat Tarthang Tulku umfangreich unterrichtet und geschrieben. Nun konzentriert er sich stark auf die herausgeberische Arbeit, die nötig ist, um eine so große Zahl von Büchern zu produzieren, die jedes Jahr an Tibeter verschenkt werden. Weiter arbeitet er am Aufbau des buddhistischen Odiyan Zentrums in Nordkalifornien, einem wichtigen Ort, um den Dharma im Westen zu etablieren. Er leitet als Mitglied des Vorstands weiter unsere Aktivitäten.

Warum konzentriert sich das Tibetan Aid Project auf Exiltibeter? Was ist mit den Menschen in Tibet?

Seit 1959 und besonders seit Mitte der 1960-er Jahre ist es den Tibetern nicht möglich, ihr eigenes Erbe in ihrem Mutterland weiterzugeben. Unter diesen Umständen haben wir unsere Bemühungen auf die Exilgemeinden konzentriert. Sobald sich die Lage in Tibet besserte, begannen wir Wege zu erforschen, wie wir die tibetische Kultur dort unterstützen konnten.  In den letzten Jahrzehnten konnte das Tibetan Aid Project einer Anzahl von Zentren in Tibet begrenzte Unterstützung geben. Wir haben immer wieder von Reisenden in Tibet gehört, dass unsere Texte in den abgelegensten Regionen gefunden werden. Die Verteilung von Büchern und Kunst ist jedoch momentan in Tibet unmöglich. 

Arbeitet das Tibetan Aid Project mit anderen Organisationen in Kalifornien zusammen?

Nein. Das Tibetan Aid Project fühlt sich verpflichtet, die Kultur Tibets zu unterstützen und das wertvolle Erbe von Weisheit und Mitgefühl, das diese Kultur überliefert. Viele andere Gruppen unterstützen diese Ziele indirekt, doch ihr Schwerpunkt liegt woanders - z.B. in der Arbeit für einen politischen Wechsel in Tibet, für die Erhaltung oder Wiederherstellung eines bestimmten Klosters oder im Auftrag bestimmter Lehrer.

In der Nyingma-Schule arbeiten die Lehrer traditionellerweise unabhängig voneinander. Jeder Lehrer und jede Lehrerin hat seine Vision für den Dharma und handelt dementsprechend. Diesem Modell ist Nyingma auch im Westen gefolgt. Das Tibetan Aid Project und andere Nyingma Organisationen kooperieren jedoch bei Projekten in Indien, Nepal und Tibet mit anderen Organisationen. Die Weltfriedenszeremonie ist eine gutes Beispiel für ein Projekt, das von Tarthang Tulku initiiert wurde und sich dann in Kooperation mit Dutzenden anderer Zentren extensiv entwickelte. Und natürlich unterstützt das Tibetan Aid Project Zentren, die zu allen Schulen des tibetischen Buddhismus gehören.


Das Texterhaltungsprojekt hat über 4,1 Millionen tibetischer Bücher verteilt. Sind noch mehr Bücher nötig?

Die tibetische Tradition besitzt einen unglaublichen Reichtum an Lehren. Allein in der Nyingma Tradition wurden über 80 000 Texte identifiziert. Deshalb ist trotz der vielen Arbeit, die geleistet wurde, immer noch viel zu tun. Stellen Sie sich vor, wie viele Lehrbücher jedes Jahr an einer großen Universität für die Studenten benötigt werden, dann werden Sie einen Geschmack davon bekommen, in welchem Umfang Textproduktion und -verteilung stattfinden muss, um erfolgreich das lebendige Erbe Tibets weiterzugeben. 
Des weiteren ist das Yeshe De Projekt weiter auf der Suche nach Texten. Jetzt, wo der Buddhismus in den abgelegenen Teilen Tibets offener praktiziert werden kann, kommen Texte ans Tageslicht, die zuvor als verloren galten. Solange es wichtige Texte zu erhalten und zu verteilen gibt, wird die Arbeit weitergehen.

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